5 kleine Ideen für ein gemütlich-persönliches Zuhause

Unglaublich was sich innerhalb von ein paar Monaten bzw. innerhalb eines Jahres alles ändern kann. Anfang letzten Jahres habe ich noch in einer WG in Dänemark mit einer guten Freundin gewohnt. Einen Monat später hatte ich die Wohnung für mich alleine, für zwei Monate, danach musste ich umziehen. Zweieinhalb Monate nannten ich und mein Teufelstiger,  Panther, zwei kuschelig, kleine Zimmer und einen Garten in einem Hinterhof unser zuhause und dann: wieder umziehen. Zurück nach Deutschland, zurück nach hause, zurück ins Elternhaus. Jedoch wieder nur für ein paar Monate und wie im Flug stand schon der nächste Umzug an; 650 KM in den Süden, nach Hessen, weg vom Flens und Fischbrötchen und weiter ins Land vom Handkäs und Äppelwoi. Hier ist wieder ein neues zuhause einzurichten, zu erkunden und lieben zu lernen. Und nach ungefähr einem halben Jahr, in dem mein Freund, meine Katze und ich zu einer eigenen kleinen Familie geworden sind, habe ich das auch ganz gut geschafft. Leider sind ein paar andere Dinge in dieser spannenden und stressigen Zeit liegen geblieben. Wie zum Beispiel dieser Blog. Mal wieder. Verdammt.

Das will ich jetzt aber wieder einmal versuchen zu ändern. Ein Artikel, einmal im Monat. Das sollte doch zu schaffen sein, oder? Fangen wir also an!

Ich möchte euch 5 Dinge aus meiner Wohnung zeigen, die diese, wie ich finde, gemütlicher und persönlicher machen. Kleine Ideen dazu, wie man seine Wohnung zu seiner eigenen machen kann.

Die erste Idee stammt aus einem Café aus unserer Nachbarschaft. Dort hatten sie winzige Marmeladengläser mit Salz und Pfeffer gefüllt, Löcher in die Deckel gestochen und sich somit eigene, kreative Salz- und Pfefferstreuer gezaubert. Da ich noch ein kleines (30 g) Nutellaglas überhatte, habe ich kurzerhand beschlossen diese Idee nachzumachen. Mit einer Nadel und einem Fingerhut bewaffnet habe ich also eine Blume aus vielen kleinen Löchern in den Plastikdeckel gestochen und mich wie ein Kind über meinen neuen Salzstreuer gefreut, nachdem ich das Glas mit Salz und etwas Reis gefüllt hatte.

Wie ihr merken werdet habe ich die meisten meiner Ideen von jemand anderes, genau wie die zweite. Diese stammt von einer YouTuberin, dessen Kanal sie „die Frickelbude“ genannt hat und von dem ich begeisterter Zuschauer bin. Hier ein Link zu dem Video, das mich inspiriert hat: https://www.youtube.com/watch?v=xlMcrGQODKI&t=279s 

Im Grunde handelt es sich einfach um einen Kalender, den man immer und immer wieder nutzen kann. Man kann ihn gestalten wie man will und am Ende des Monats (oder Woche) wischt man seine Notizen einfach von der Glasoberfläche und kann ihn wieder neu beschriften. Ich hab mich bei meiner Version sehr nah an die von Elisa gehalten, man kann es aber natürlich auch völlig anders machen.

 

Als drittes habe ich eine Idee meiner besten Freundin abgeguckt. Man macht immer so viele Fotos um sich an Orte, Menschen und Situationen zu erinnern. Oft werden diese jedoch nur auf den Rechner geladen, ins Fotoalbum geklebt oder bleiben direkt in dem Umschlag in den sie nach dem Druck verschwunden sind. Nur selten sucht man sie wieder heraus um sie sich anzuschauen. Gerade deshalb finde ich diese Idee so wundervoll. Egal ob es sich um Postkarten, Fotos, Briefe oder Konzertkarten handelt, warum hängt man sie eigentlich nicht einfach auf? Natürlich könnte man sie auch einrahmen, was dann sogar noch etwas edler aussehen würde, aber noch einfacher ist es einfach eine Schnur über die Wand zu spannen und sich seine Erinnerungen mit kleinen Wäscheklammern, Haarnadeln oder Büroklammern einfach an die Wand zu hängen. In der Adventszeit nutze ich diese „Wäscheleinen“ übrigens um unseren Adventskalender aufzuhängen, aber dazu dann in ein paar Monaten mehr…

Die nächsten Zwei Ideen stammen tatsächlich mehr oder weniger von mir selbst, zumindest glaube ich das, das ich sie schon mal irgendwo gesehen habe will ich aber nicht ausschließen 😀

Vom Hausflur kommt man direkt in unsere Küche. Aus dem Grund hing in unserer Wohnung bzw. Küche, als wir eingezogen sind, noch immer eine Garderobe vom Vormieter, die wir mit ein paar anderen Dingen von ihm übernommen hatten. Mich störte von Anfang an diese Garderobe. Ich wollte unsere Jacken nicht in der Küche und unsere Schuhe erst recht nicht. Also besorgten wir uns über Ebay Kleinanzeigen einen neuen Garderobenständer, sowie ein Schuhregal, und stellten diese in den Hausflur. So war ich also die Jacken los und meine Küche verlor ihren Nebenjob als Flur. Weil ich schon lange davon träumte meine Töpfe und Pfannen nicht in einem Schrank aufzubewahren, sondern diese von der Decke hängen zu lassen, nutze ich die Gelegenheit und unsere Garderobe bekam eine völlig neue Aufgabe.

Erinnert ihr euch noch an die Klebesterne, die man als Kind oft hatte? Die die sich tagsüber mit Licht vollgesogen haben und dieses am Abend und in der Nacht mit einem leichten Leuchten abgeben haben? Ich hatte solche Klebesterne nie, fand sie auch nie besonders schön. So einen Sternenhimmel über der Couch oder dem Bett aber, der hat schon was. Als ich im Dezember ein Lichternetz geschenkt bekam habe ich mich kurz gefragt, was ich damit anstellen sollte. Und dann wusste ich es! Ich kletterte auf eine Leiter und befestigte meinen eigenen Sternenhimmel mit kleinen Schraubenhaken an unserer Decke. Und Voilá! Jetzt schlafe ich fast jeden Abend unter den Sternen ein. =)   

Ich hoffe dieser Artikel war ein klein wenig inspirierend und interessant, schreibt mir gerne, wenn er euch gefallen hat und ich noch mehr ähnliche Artikel schreiben soll. Jeder Kommentar ist eine Motivation diesen Blog zu neuem Leben zu erwecken! Bis dahin, macht nicht zuviel Unsinn! 😛

Lea Kristina

 

Ich und hier. – Eine Kurzgeschichte

Es riecht nach Regen und Herbst. Der Himmel ist von dunklen Wolken bedeckt, nur an einzelnen Punkten schaut ein klarer blauer Himmel durch die Wolkendecke. Himmelstore. Das hat ein Freund einmal gesagt. Blaue Flecken an einem bewölkten Himmel. Oder Löcher durch die der Flickenteppich der untersten Etage sichtbar wird, wo man Häuser, Wege, Felder erahnen kann. Es ist eine Frage des Blickwinkels, der Perspektive. Wo man steht. Wer man ist.

Tausende Regentropfen fallen auf Dächer, Gärten, Straßen. Tropfen, die erst sichtbar werden, wenn sie auf der Erde aufschlagen. Sie springen als sie den Asphalt berühren. Fast als würden sie versuchen wieder hinauf zu gelangen. Hinauf in den Himmel, wo sie fliegen konnten, wo sie substanzlos waren, ohne die Form, die sie nun gefangen hält.

Wasser läuft den Rinnstein entlang, sammelt sich in Pfützen vor überanstrengten Gullydeckeln. Hier tanzen sie ein wenig, werden zu wellenden Ringen, bevor sie in der Nässe verschwinden. Nicht für immer gefangen. Ich höre die Tropfen auf meinem Anorak, fühle sie auf meinen Schultern. Fühle wie die dünne Wasserschicht, die den Weg bedeckt meinen Füßen ausweicht. Spüre den Luftdruck in meinen Ohren. Eine Katze schaut aus einer Katzenklappe, schiebt vorsichtig ihr Köpfchen raus und setzt prüfend eine Pfote vor die Tür. Einen kurzen Augenblick glaube ich, sie schaut mich an.

Schnecken in vielen verschiedenen Größen bewegen sich mit einer beachtlichen Geschwindigkeit, über den Bürgersteig. Auch wenn ich fast glaube, dass es egal sein kann, achte ich darauf, wo meine Füße den Boden berühren. Ich beginne mich daran zu gewöhnen hier zu sein. Der knirschende Laut von Schneckenhäusern zwischen Schuhen und Gehweg ist der schrecklichste von allen. Es ist das Geräusch eines schlechten Gewissens.

Ein glänzender Jeep kommt die Straße entlang. Der Motor übertönt das stille Summen der Stadt. Wasser spritzt hoch, flieht vor den schwarzen Reifen, glitzert in den Lichtern des Wagens. Es ist erst Mittag und trotzdem ist es nicht mehr richtig hell. Ich rieche den warmen Motor, fühle die leichten Vibrationen. Ein Junge springt aus dem Auto, guckt sich nicht um, winkt nicht. Er hüpft über eine Pfütze und beeilt sich unter das Vordach des nächsten Hauses. Hier schüttelt er den Kopf so, dass Wassertropfen von seinem halblangen, hellen Haaren zu allen Seiten davon fliegen. Als die Tür von innen geöffnet wird, grinst er breit und stürmt in die Wohnung. Ich gehe ihm nach. Das erste Mal das ich in ein Haus ging, wie ich jetzt bin, fühlte ich mich merkwürdig nackt. Ich spürte ihre Blicke obwohl ich wusste, dass es nicht real war. Aber das hatte ich immer getan. Immer, immer. Und trotzdem ist es jetzt anders. Obwohl sie immer noch an mir vorbeisehen, meine Gegenwart ignorieren, bin ich ihnen jetzt näher. Ich fühle die Welt auf eine neue Art und Weise. Fühle Regentropfen, fühle Nässe, Kälte, Sonne, Wärme. Das Leben. Obwohl ich in meinem Körper gefangen bin, habe ich ein seltsames Gefühl von Freiheit, seit ich hier bin. Die Freiheit zu fühlen. Es irritiert mich und doch beginne ich es zu genießen.

Eine Weile schaue ich der Familie zu, so wie ich schon so vielen Menschen zuvor zugesehen habe, sie essen, der Junge erzählt voller Eifer von seinem Tag, fuchtelt mit den Händen durch die Luft und scheint nicht zu merken, dass seine Eltern ihn kaum beachten. Irgendwann stockt der Junge, hält in seinen Bewegungen inne und verstummt, er guckt auf, guckt zur Tür, in meine Richtung. Ich halte die Luft an. Aber sein Blick ist leer. Ein Blick, der sucht, aber nichts sieht. Trotzdem gehe ich Rückwärts aus dem Raum, aus dem Haus, langsam. Lasse sie in Ruhe, lasse sie für sich sein. Ich hatte nie das Gefühl, dass meine Gegenwart unpassend war bevor dies alles passierte. Ich weiß, dass es keinen Unterschied macht, nicht für sie, aber ich gehe trotzdem.

Zurück auf der Straße höre ich Kinderlachen, Rufe und Tuscheln, so laut, dass ich mir kurz die Ohren zu halte, bevor ich weiter die Straße hinabgehe. Die Geräusche kommen näher. Auf dem Gehweg und der Straße liegen kleine, rote Beeren unter den Bäumen, dessen Blätter langsam anfangen ihre Farbe zu ändern. Ich zucke zusammen, als ein Radfahrer plötzlich neben mir hält, die Bremsen quietschen und stechen in meinen Ohren. Er ruft den Kindern die wie blind über die Straße laufen etwas zu. Sie bemerken ihn nicht einmal.

Der Regen lässt nach, immer mehr Himmelstore erscheinen in der dicken Wolkendecke. Ich rieche den trocknenden Asphalt. Ich spüre die Wärme der Sonne auf meinem Körper, merke wie die Wassertropfen auf meinen Schultern verdunsten und wieder in die Luft emporsteigen. Frei. Ich fühle so intensiv. Sehe alles, höre alles, rieche alles. So unsagbar. Intensiv. Und ich tue nichts anderes.

Ich setze mich auf eine Bank am Rande eines Parks und schließe die Augen. Das leise summen einiger Insekten klingt dicht neben meinem Ohr, ich hole mit der Hand aus um sie zu verscheuchen, weiß, dass es nichts bringt. Und dass sie mir sowieso nichts tun können. Höre das Knirschen von langsamen Schritten auf dem Kiesweg, der Geruch eines alten Menschen steigt mir in die Nase. Ich öffne die Augen und sehe wie der Mann auf die Bank zugeht. Er bleibt dicht vor mir stehen, dreht sich um und setzt sich neben mich, so nah, dass ich seinen Arm an meinem Spüre, seine Hüften an meinen. Sofort zuckt er zusammen, murmelt leise, verwirrt, und rückt von mir ab.

-Verrückt, sagt der Mann, verrückt… Doch er schaut interessiert in meine Richtung und scheint irgendwas zu erkennen. Ein kleines Lächeln taucht in seinem vom Alter gezeichnetem Gesicht auf. Seine Schultern entspannen sich, er lehnt sich zurück. Fast ist mir als schaue er mir direkt in die Augen. Ich senke den Blick.

Ein paar Häuser weiter öffnet sich ein Gatter kurz darauf lautlos und knallt gegen die damit verbundene Mauer. Kinder stürmen auf den Gehweg. Ich kneife die Augenlider aufeinander, halte mir die Ohren zu und öffne meine Augen erst wieder, als ich die beruhigende Stimme des Mannes höre.

– Lebensfreude zeigt sich oft in ihrem ganz besonderen Klang…, gerade bei Kindern…man sollte lernen sie zu hören, anstatt sie als Lärm abzutun. Er lächelt. Ich lächle zurück, obwohl ich mich seltsam naiv fühle.

– Man verlernt viel zu schnell sie zu erkennen, sagt er und steht langsam auf, stütz sich auf seinen Gehstock.

– Opa!, ruft eines der Kinder. Ein Mädchen mit langen blonden Zöpfen und zerrissenen Hosen, kommt auf uns zu gerannt.

Der alte Mann schaut kurz in meine Richtung, nickt lächelnd und geht dem Mädchen entgegen.

-Ich habe gerade einen Engel getroffen, Spatz, der alte Mann nimmt die Hand seiner Enkelin. Das Kind schaut ihn verwundert an.

– Wirklich?, sagt es und schaut sich mit großen Augen um, schaut durch mich hindurch, bevor sie in der nächsten Seitenstraße verschwinden.

Und doch. Mir ist, als wäre ich hier.

Ein Herd. Ein Topf. Ein Brot.

Not macht erfinderisch. Als ich vor ein paar Wochen in ein Zimmer mit Teeküche und ohne Ofen gezogen bin, überlegte ich kurz mir so einen kleinen Ofen in Mikrowellengröße zu kaufen. Aber da es sich für die kurze Zeit in der ich dort wohnen würde kaum lohnen würde, musste ich mir etwas Anderes ausdenken um Brot und Kuchen zu backen. Ich fragte mich also, ob man Brot auch in einem Topf auf dem Herd backen könne. Als ich einer Freundin davon erzählte, die vor kurzem ihre Bäckerlehre vollendet hat, schaute sie ziemlich kritisch. Und natürlich hat es einen Grund, dass meist im Ofen gebacken wird, aber ich wollte meiner Idee dennoch eine Chance geben. Ich begann also ein wenig im Internet zu recherchieren und tatsächlich fand ich sowohl Rezepte für Kuchen und für Brote, die auf dem Herd gebacken werden konnten und die außerdem ziemlich vielversprechend klangen.

Ich entschloss mich also, zwei der Rezepte die ich gefunden hatte als Inspirationsquelle zu nutzen und meinen eigenen Backversuch zu starten. Die Rezepte findet ihr hier:

http://www.chefkoch.de/forum/2,37,171391/Ein-Brot-im-Topf-herzaubern-o.html

http://www.virusculinarius.de/forum/showthread.php?s=f74556d2f008f1bb8fce75f9051e8a74&p=108594

Ich selbst machte einen kleinen Vorteig, in dem ich Hefe, Honig, Wasser und einen Teil des Weizenmehls zu einem dickflüssigen Brei mischte und ließ diesen eine halbe Stunde ruhen, bevor ich die restlichen Zutaten (Weizen- und Roggenmehl, Salz, Öl, Sonnenblumenkerne und Haferflocken) dazu gab. Den Topf habe ich mit Öl eingestrichen und streute noch ein paar Sesam- und Sonnenblumenkerne hinein. Bei dem Rest des Verlaufes stütze ich mich hauptsächlich auf das zweite Rezept, wobei meine Zeiten aber etwas länger waren, da ich auch mehr Teig gemacht hatte. Als ich beim Backen ungeduldig wurde versuchte ich auf gut Glück, das Brot umzudrehen, wobei leider ein Teil am Topfboden kleben blieb und das Brot auseinander riss. Ich goss also wieder etwas Öl in die Pfanne und ließ das Brot auch von der anderen Seite noch etwas backen. Trotz des Risses bin ich mit dem Ergebnis aber ganz zufrieden, ich habe zwar schon bessere Brote gegessen, aber für mein erstes Topfbrot war das Ergebnis gar nicht schlecht. Ich kann den Versuch durchaus empfehlen, wenn man selber keinen Ofen hat und trotzdem Backen möchte, schlage jedoch vor, das Ganze in einer beschichteten Pfanne auszuprobieren oder besser darauf zu achten, dass nichts kleben bleibt.

Ich bin gespannt, ob einer von euch es auch ausprobiert und wie es klappt! Ich für meinen Teil versuche mich das nächste Mal an Brötchen aus der Pfanne und werde natürlich auch davon berichten. Bis dahin, macht nicht zu viel Unsinn!

Schreiben

Das Wahlfach aus welchem die letzten zwei Semester meines Bachelors bestehen, nennt sich Skrivekunst, übersetzt heißt das Schreibkunst. Wir haben Unterrichtsfächer wie Textanalyse und Rhetorik, Geschichte und vor allem aber kreatives Schreiben. Dort lernen wir das beste aus unser Kreativität herauszuholen. Wir schreiben Gedichte, Kurzgeschichten, Romanauszüge. Wir lernen mit den Worten umzugehen, an unserem Schreibstil zu arbeiten, lernen zu zeigen anstatt zu erzählen. Lernen Präzision und Kreation, lernen Regeln zu nutzen und Regeln zu brechen. Wir lernen kreativ zu schreiben.

Was dabei raus kommt möchte ich mit euch teilen und habe daher ein paar dieser Texte vom Dänischen ins Deutsche übersetzt. Doch bevor ich diese mit euch teile, möchte ich ein bisschen darüber erzählen. Über die Texte, aber auch über mein Verhältnis zu dem was ich schreibe. Meine Texte sind keinesfalls perfekt, wie gesagt; ich lerne noch und wahrscheinlich lerne ich auch nie aus.

Viele meiner Texte, wenn auch nicht alle, basieren auf Momenten und Erinnerungen aus meinem Leben. Wer mich also ein wenig kennt, dem werden Situationen bekannt vorkommen, der wird sich vielleicht sogar selbst wiederfinden können. Trotzdem handeln die Texte die ich schreibe nicht von mir. Keine Person, die in meinen Texten vorkommt ist mit denen aus meinem Umfeld identisch. Keine Situation hat genauso stattgefunden, wie ich sie in meinen Texten schildere. An meisten inspirieren mich die Interaktionen zwischen Menschen, sei es in Gesprächen, an denen ich selber teilgenommen habe, oder welche die ich nur zufällig oder nebenbei mitbekommen habe. Ein Gespräch, ein einziger Blick, eine kleine Scene, ein Wort. Alltägliche Dinge motivieren mich ihnen eine Geschichte zu geben, in denen manche eine Hauptrolle einnehmen und andere nur ein kleines Stück von etwas ganz anderem werden. Es kann deshalb vorkommen, dass Erinnerungen aus meinem Leben mir als Inspiration dienen und aus diesem Grund in meinem Text vorkommen. Ich dichte diese jedoch weiter, schreibe sie um und verändere sie so, dass sie nicht meine, sondern ihre eigene Geschichte bekommen. Dies gilt auch für die Personen, die in meinen Texten vorkommen, auch wenn manche von ihnen von wirklichen Menschen inspiriert sind, bekommen sie sobald ich sie auf Papier bringe ihre eigene Persönlichkeit, eigene Gedanken, Wünsche und Träume. Nichts von dem was ich schreibe ist somit real. Es ist Fiktion. Und als solche sollte sie auch behandelt werden.

Nun wo ihr das wisst, könnt ihr in meinen nächsten Artikeln ein paar meiner Texte lesen. Ich wünsche euch jetzt schon mal viel Spaß und freue mich über Kommentare und konstruktive Kritik!

Hier schon mal zwei kleine Gedichte:

Ein freier Mann

Ich ging durch den Wald so vor mich hin

Die Nacht – warm und lang.

Der Fluss rauschte,

Der Wind sang.

Oktobers Mond. Versteckt hinter einer Vogelwolke.

Ich sah den Wald,

sah den Mond,

den Fluss.

Sah des Sommers letzte Rose stehen

 

Ein freier Mann.

Wünschte viel,

Träumte oft,

Und ließ die Tür offen, als er ging.

 

Himmelstor

Der Himmel, marmoriert,

Verdeckt von dunklen Wolken.

 

Himmelstor.

Blaue Streifen an einem bewölkten Himmel.

Er sagt das Wort, hält meine Hand.

Ich sehe hinauf

– Damit ich ihn nicht ansehen muss.

 

Ja –

sage ich.

Ja.

 

Ich fühle seinen Blick. Weiß was er denkt.

Fühle dasselbe,

für jemand anderen.

 

Was denkst du?

Wie es wäre dich zu küssen.

 

Ich sehe wieder hinauf.

Es ist kein einziger blauer Streifen zu sehen.

Spätsommerliche Überraschungen

Es ist unglaublich wie schnell es wieder dunkel wird. Schon zweimal ist es mir passiert, dass ich im Sonnenschein zum Training fuhr und keinen Gedanken an mein Fahrradlicht verschwendet habe. Natürlich war es dunkel als ich aus dem Studio kam und die Straßenlichter grinsten mich frech an.

-Na Lea? Da wirst du wohl schieben müssen.

Es ist im wunderschönen Dänemark nämlich so, dass man 750 kr. Strafe zahlen muss, wenn man ohne Fahrradlicht fährt nachdem die Laternen angegangen sind. Das sind umgerechnet ungefähr 100 Euro, die ich nicht bereit bin zu bezahlen sollte man mich erwischen. Ich schob mein Fahrrad also die 4 Km nachhause und ärgerte mich beim zweiten Mal darüber wieder nicht aus meinem Fehler gelernt zu haben. Nächstes Mal nehme ich das andere Fahrrad, das hat Magnetlichter…

Es gibt im Spätsommer aber auch andere, viel schönere und vor allem leckerere Überraschungen. In unserem Garten wachsen sowohl ein Pflaumen-, wie auch ein Birnenbaum mit vielen schweren Früchten.  Da ich diesen Sommer leider nicht zuhause war, fingen vor allem die Pflaumen leider schon am Baum an zu gammeln als ich sie entdeckte. Das konnte ich mir natürlich nicht ansehen, also pflückte ich was noch zu retten war und konservierte so viel wie möglich.

Ich machte Fruchtrollen, buk Kuchen und kochte Chutney.

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Gerade Fruchtrollen sind etwas Wunderbares! Im Grunde sind es pürierte getrocknete Früchte, die man wunderbar aufrollen und anstelle von zum Beispiel Gummibärchen vernaschen kann. Man braucht dafür nichts anderes als einen Mixer oder Pürierstab, Früchte und einen Ofen oder Dörrautomaten. Ich selber habe es im Ofen gemacht, da ich mir den Traum eines Dörrautomaten noch erfüllen muss. Dazu einfach die ausgewählten Früchte (ihr könnt eurer Fantasie freien Lauf lassen!) und gegeben falls etwas Zucker und Gewürze zu einer dickflüssigen Masse pürieren. Diese auf einem oder am besten mehreren Backblechen mit Backpapier dünn verstreichen und im Ofen, bei niedrigster Stufe, so lange trocknen, bis sie sich leicht vom Papier abziehen lässt. Das dauert leider mehrere Stunden. Das beim Trocknen entstandene Fruchtleder könnt ihr nun in schmale Streifen schneiden und aufrollen.

Ich habe zwei verschiedene Sorten gemacht. Für das eine habe ich Pflaumen, Zimt und eine Banane genutzt und für das andere, Birnen, Bananen und Brombeeren. Hmmm lecker!

Weil ich von den pürierten Früchten so begeistert war, konnte ich natürlich auch keinen ganz normalen Pflaumenkuchen backen. Ich zerbröselte Kekse, mixte sie mit Butter und einer Prise Salz  und formte sie in einer Springform zu einem Kuchenboden. Darauf buk ich einen lecker frischen Käsekuchen und vollendete das Wunder mit einer Puddingmasse aus pürierten Pflaumen, Zimt, Zucker und Flohsamenschalen.

Auch das Chutney wurde köstlich, hier findet ihr das Rezept dazu:

http://www.chefkoch.de/rezepte/1682671276495942/Zwetschgen-Chutney.html

Ich wünsche euch ein paar wunderbar mild-sommerliche Tage!

Lea Kristina