Ein Herd. Ein Topf. Ein Brot.

Not macht erfinderisch. Als ich vor ein paar Wochen in ein Zimmer mit Teeküche und ohne Ofen gezogen bin, überlegte ich kurz mir so einen kleinen Ofen in Mikrowellengröße zu kaufen. Aber da es sich für die kurze Zeit in der ich dort wohnen würde kaum lohnen würde, musste ich mir etwas Anderes ausdenken um Brot und Kuchen zu backen. Ich fragte mich also, ob man Brot auch in einem Topf auf dem Herd backen könne. Als ich einer Freundin davon erzählte, die vor kurzem ihre Bäckerlehre vollendet hat, schaute sie ziemlich kritisch. Und natürlich hat es einen Grund, dass meist im Ofen gebacken wird, aber ich wollte meiner Idee dennoch eine Chance geben. Ich begann also ein wenig im Internet zu recherchieren und tatsächlich fand ich sowohl Rezepte für Kuchen und für Brote, die auf dem Herd gebacken werden konnten und die außerdem ziemlich vielversprechend klangen.

Ich entschloss mich also, zwei der Rezepte die ich gefunden hatte als Inspirationsquelle zu nutzen und meinen eigenen Backversuch zu starten. Die Rezepte findet ihr hier:

http://www.chefkoch.de/forum/2,37,171391/Ein-Brot-im-Topf-herzaubern-o.html

http://www.virusculinarius.de/forum/showthread.php?s=f74556d2f008f1bb8fce75f9051e8a74&p=108594

Ich selbst machte einen kleinen Vorteig, in dem ich Hefe, Honig, Wasser und einen Teil des Weizenmehls zu einem dickflüssigen Brei mischte und ließ diesen eine halbe Stunde ruhen, bevor ich die restlichen Zutaten (Weizen- und Roggenmehl, Salz, Öl, Sonnenblumenkerne und Haferflocken) dazu gab. Den Topf habe ich mit Öl eingestrichen und streute noch ein paar Sesam- und Sonnenblumenkerne hinein. Bei dem Rest des Verlaufes stütze ich mich hauptsächlich auf das zweite Rezept, wobei meine Zeiten aber etwas länger waren, da ich auch mehr Teig gemacht hatte. Als ich beim Backen ungeduldig wurde versuchte ich auf gut Glück, das Brot umzudrehen, wobei leider ein Teil am Topfboden kleben blieb und das Brot auseinander riss. Ich goss also wieder etwas Öl in die Pfanne und ließ das Brot auch von der anderen Seite noch etwas backen. Trotz des Risses bin ich mit dem Ergebnis aber ganz zufrieden, ich habe zwar schon bessere Brote gegessen, aber für mein erstes Topfbrot war das Ergebnis gar nicht schlecht. Ich kann den Versuch durchaus empfehlen, wenn man selber keinen Ofen hat und trotzdem Backen möchte, schlage jedoch vor, das Ganze in einer beschichteten Pfanne auszuprobieren oder besser darauf zu achten, dass nichts kleben bleibt.

Ich bin gespannt, ob einer von euch es auch ausprobiert und wie es klappt! Ich für meinen Teil versuche mich das nächste Mal an Brötchen aus der Pfanne und werde natürlich auch davon berichten. Bis dahin, macht nicht zu viel Unsinn!

Spätsommerliche Überraschungen

Es ist unglaublich wie schnell es wieder dunkel wird. Schon zweimal ist es mir passiert, dass ich im Sonnenschein zum Training fuhr und keinen Gedanken an mein Fahrradlicht verschwendet habe. Natürlich war es dunkel als ich aus dem Studio kam und die Straßenlichter grinsten mich frech an.

-Na Lea? Da wirst du wohl schieben müssen.

Es ist im wunderschönen Dänemark nämlich so, dass man 750 kr. Strafe zahlen muss, wenn man ohne Fahrradlicht fährt nachdem die Laternen angegangen sind. Das sind umgerechnet ungefähr 100 Euro, die ich nicht bereit bin zu bezahlen sollte man mich erwischen. Ich schob mein Fahrrad also die 4 Km nachhause und ärgerte mich beim zweiten Mal darüber wieder nicht aus meinem Fehler gelernt zu haben. Nächstes Mal nehme ich das andere Fahrrad, das hat Magnetlichter…

Es gibt im Spätsommer aber auch andere, viel schönere und vor allem leckerere Überraschungen. In unserem Garten wachsen sowohl ein Pflaumen-, wie auch ein Birnenbaum mit vielen schweren Früchten.  Da ich diesen Sommer leider nicht zuhause war, fingen vor allem die Pflaumen leider schon am Baum an zu gammeln als ich sie entdeckte. Das konnte ich mir natürlich nicht ansehen, also pflückte ich was noch zu retten war und konservierte so viel wie möglich.

Ich machte Fruchtrollen, buk Kuchen und kochte Chutney.

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Gerade Fruchtrollen sind etwas Wunderbares! Im Grunde sind es pürierte getrocknete Früchte, die man wunderbar aufrollen und anstelle von zum Beispiel Gummibärchen vernaschen kann. Man braucht dafür nichts anderes als einen Mixer oder Pürierstab, Früchte und einen Ofen oder Dörrautomaten. Ich selber habe es im Ofen gemacht, da ich mir den Traum eines Dörrautomaten noch erfüllen muss. Dazu einfach die ausgewählten Früchte (ihr könnt eurer Fantasie freien Lauf lassen!) und gegeben falls etwas Zucker und Gewürze zu einer dickflüssigen Masse pürieren. Diese auf einem oder am besten mehreren Backblechen mit Backpapier dünn verstreichen und im Ofen, bei niedrigster Stufe, so lange trocknen, bis sie sich leicht vom Papier abziehen lässt. Das dauert leider mehrere Stunden. Das beim Trocknen entstandene Fruchtleder könnt ihr nun in schmale Streifen schneiden und aufrollen.

Ich habe zwei verschiedene Sorten gemacht. Für das eine habe ich Pflaumen, Zimt und eine Banane genutzt und für das andere, Birnen, Bananen und Brombeeren. Hmmm lecker!

Weil ich von den pürierten Früchten so begeistert war, konnte ich natürlich auch keinen ganz normalen Pflaumenkuchen backen. Ich zerbröselte Kekse, mixte sie mit Butter und einer Prise Salz  und formte sie in einer Springform zu einem Kuchenboden. Darauf buk ich einen lecker frischen Käsekuchen und vollendete das Wunder mit einer Puddingmasse aus pürierten Pflaumen, Zimt, Zucker und Flohsamenschalen.

Auch das Chutney wurde köstlich, hier findet ihr das Rezept dazu:

http://www.chefkoch.de/rezepte/1682671276495942/Zwetschgen-Chutney.html

Ich wünsche euch ein paar wunderbar mild-sommerliche Tage!

Lea Kristina