Schreiben

Das Wahlfach aus welchem die letzten zwei Semester meines Bachelors bestehen, nennt sich Skrivekunst, übersetzt heißt das Schreibkunst. Wir haben Unterrichtsfächer wie Textanalyse und Rhetorik, Geschichte und vor allem aber kreatives Schreiben. Dort lernen wir das beste aus unser Kreativität herauszuholen. Wir schreiben Gedichte, Kurzgeschichten, Romanauszüge. Wir lernen mit den Worten umzugehen, an unserem Schreibstil zu arbeiten, lernen zu zeigen anstatt zu erzählen. Lernen Präzision und Kreation, lernen Regeln zu nutzen und Regeln zu brechen. Wir lernen kreativ zu schreiben.

Was dabei raus kommt möchte ich mit euch teilen und habe daher ein paar dieser Texte vom Dänischen ins Deutsche übersetzt. Doch bevor ich diese mit euch teile, möchte ich ein bisschen darüber erzählen. Über die Texte, aber auch über mein Verhältnis zu dem was ich schreibe. Meine Texte sind keinesfalls perfekt, wie gesagt; ich lerne noch und wahrscheinlich lerne ich auch nie aus.

Viele meiner Texte, wenn auch nicht alle, basieren auf Momenten und Erinnerungen aus meinem Leben. Wer mich also ein wenig kennt, dem werden Situationen bekannt vorkommen, der wird sich vielleicht sogar selbst wiederfinden können. Trotzdem handeln die Texte die ich schreibe nicht von mir. Keine Person, die in meinen Texten vorkommt ist mit denen aus meinem Umfeld identisch. Keine Situation hat genauso stattgefunden, wie ich sie in meinen Texten schildere. An meisten inspirieren mich die Interaktionen zwischen Menschen, sei es in Gesprächen, an denen ich selber teilgenommen habe, oder welche die ich nur zufällig oder nebenbei mitbekommen habe. Ein Gespräch, ein einziger Blick, eine kleine Scene, ein Wort. Alltägliche Dinge motivieren mich ihnen eine Geschichte zu geben, in denen manche eine Hauptrolle einnehmen und andere nur ein kleines Stück von etwas ganz anderem werden. Es kann deshalb vorkommen, dass Erinnerungen aus meinem Leben mir als Inspiration dienen und aus diesem Grund in meinem Text vorkommen. Ich dichte diese jedoch weiter, schreibe sie um und verändere sie so, dass sie nicht meine, sondern ihre eigene Geschichte bekommen. Dies gilt auch für die Personen, die in meinen Texten vorkommen, auch wenn manche von ihnen von wirklichen Menschen inspiriert sind, bekommen sie sobald ich sie auf Papier bringe ihre eigene Persönlichkeit, eigene Gedanken, Wünsche und Träume. Nichts von dem was ich schreibe ist somit real. Es ist Fiktion. Und als solche sollte sie auch behandelt werden.

Nun wo ihr das wisst, könnt ihr in meinen nächsten Artikeln ein paar meiner Texte lesen. Ich wünsche euch jetzt schon mal viel Spaß und freue mich über Kommentare und konstruktive Kritik!

Hier schon mal zwei kleine Gedichte:

Ein freier Mann

Ich ging durch den Wald so vor mich hin

Die Nacht – warm und lang.

Der Fluss rauschte,

Der Wind sang.

Oktobers Mond. Versteckt hinter einer Vogelwolke.

Ich sah den Wald,

sah den Mond,

den Fluss.

Sah des Sommers letzte Rose stehen

 

Ein freier Mann.

Wünschte viel,

Träumte oft,

Und ließ die Tür offen, als er ging.

 

Himmelstor

Der Himmel, marmoriert,

Verdeckt von dunklen Wolken.

 

Himmelstor.

Blaue Streifen an einem bewölkten Himmel.

Er sagt das Wort, hält meine Hand.

Ich sehe hinauf

– Damit ich ihn nicht ansehen muss.

 

Ja –

sage ich.

Ja.

 

Ich fühle seinen Blick. Weiß was er denkt.

Fühle dasselbe,

für jemand anderen.

 

Was denkst du?

Wie es wäre dich zu küssen.

 

Ich sehe wieder hinauf.

Es ist kein einziger blauer Streifen zu sehen.

Ein Gedanke zu “Schreiben

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